AG Spandau: Kosten einer Anti-Terrorversicherung, Sturmschäden

1. Zu den Kos­ten ei­ner Sach­ver­si­che­rung kön­nen auch die Kos­ten ei­ner Ter­ror­ver­si­che­rung zäh­len. Im Rah­men ei­ner ord­nungs­ge­mä­ßen Ge­schäfts­füh­rung kön­nen die­se je­doch nur im Rah­men der Er­for­der­lich­keit an­ge­setzt wer­den. Da­zu kommt es da­rauf an, dass das fra­gli­che Ge­bäu­de in ei­ner ge­fähr­de­ten Ge­gend liegt. Dies kann et­wa in un­mit­tel­ba­rer Nä­he ei­ner Bot­schaft, ei­nes Kon­su­lats oder ei­ner mi­li­tä­ri­schen Ein­rich­tung, auf die ter­ro­ris­ti­sche An­schlä­ge zu be­fürch­te sind, der Fall sein.

2. Kosten für die Beseitigung von Sturmschäden ge­hö­ren in Ber­lin nicht zu Gar­ten­pfle­ge­kos­ten, weil es in Ber­lin nicht häu­fig schwe­rer stö­ren­de Stür­me gibt. Ein Sturm ist da­her als ein un­ge­wöhn­li­ches Na­tu­re­reig­nis zu be­ur­tei­len, wes­halb es sich bei der Be­sei­ti­gung von Sturm­schä­den nicht um pe­ri­odisch an­fal­len­de Be­triebs­kos­ten han­delt.

AG Span­dau, Ur­teil vom 08.02.05 – 2 a C 755/04 – in GE 2005, 1255

Pro­blem­la­ge: Im Zu­ge der all­ge­mei­nen Ter­ror­hys­te­rie, aber auch we­gen tra­di­tio­nell be­son­ders gu­ter Kon­tak­te der Ver­si­che­rungs­wirt­schaft zur Ge­bäu­de­wirt­schaft, kommt es in jüngs­ter Zeit viel­fach zum Ab­schluss so­ge­nann­ter „An­ti­ter­ror-Ver­si­che­run­gen“ auch für Wohn­ge­bäu­de in rei­nen Wohn­ge­gen­den. In ei­nem uns be­kann­ten Fall ver­such­te et­wa ei­ne der größ­ten Ber­li­ner Haus­ver­wal­tun­gen, ei­ne der­ar­ti­ge Ver­si­che­rung für ei­ne Wohnungsanlage ohne Gewerbe in ei­nem rei­nen Wohn­ge­biet in Ber­lin-Ste­glitz um­zu­le­gen (das Haus wird zwi­schen­zeit­lich vom In­sol­venz­ver­wal­ter be­treut).

Der­ar­ti­ge Kos­ten für neu ein­ge­führ­te Ver­si­che­run­gen sind im Rah­men der ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­nen Wirt­schaft­lich­keit nur dann um­la­ge­fä­hig, wenn hin­sicht­lich des Ge­bäu­des ei­ne be­son­de­re Ge­fähr­dungs­la­ge ge­ge­ben ist. Wann dies der Fall sein könn­te, stellt das Amts­ge­richt Span­dau im Leit­satz klar. Oh­ne ei­ne der­ar­ti­ge be­son­de­re Ge­fähr­dungs­la­ge sind Kos­ten ei­ner der­ar­tig über­flüs­si­gen und letzt­lich nur auf Prä­mie­nin­te­res­sen der Ver­si­che­rungs­wirt­schaft fu­ßen­den zu­sätz­li­chen Ge­bäu­de­ver­si­che­rung nicht um­la­ge­fä­hig und kön­nen durch die Mie­ter zu­rück­ge­wie­sen wer­den.

Die im Zu­sam­men­hang mit Baum­fäl­lar­bei­ten und Be­räu­mungs­ar­bei­ten nach Sturm­schä­den auf­tre­ten­den Gar­ten­pfle­ge­kos­ten ge­hö­ren nach Auf­fas­sung des AG Span­dau nicht zu den pe­ri­odisch wie­der­keh­ren­den Ar­bei­ten und sind da­her nicht um­la­ge­fä­hig. Die Auf­räu­mar­bei­ten nach ei­nem in Ber­lin sel­te­nen Sturm kön­nen nicht als Gar­ten­pfle­ge­kos­ten gel­tend ge­macht wer­den. Um­la­ge­fä­hig sind im­mer nur pe­ri­odisch wie­der­keh­ren­de Kos­ten. Da­bei wird all­ge­mein da­von aus­ge­gan­gen, dass Kos­ten nur dann pe­ri­odisch wie­der­keh­rend in die­sem Sin­ne sind, wenn sie in ma­xi­mal vier­jäh­ri­gen Zeit­räu­men re­gel­mä­ßig an­fal­len.

Nach den­sel­ben Grund­sät­zen dürf­ten auch die häu­fig bei Gar­ten­pfle­ge­kos­ten mit ein­ges­tell­ten Baum­fäll­kos­ten und Ro­dungs­kos­ten nicht um­la­ge­fä­hig sein.

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